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 Veste Spantekow

Die Festung Spantekow geht auf eine slawische Burg zurück. Genauer bekannt ist die Geschichte der Burg Spantekow seit dem 14. Jahrhundert, als das Dorf in den Besitz der Familie von Schwerin kam, die hier ihren Stammsitz errichteten. Die noch heute vorhandene Festungsanlage mit Feldsteinmauer, Kasematten (Festungskellern), Schloss, Wirtschaftsgebäude und Wassergraben geht auf Ulrich I. von Schwerin zurück, der zwischen 1558 und 1567 die Festung bauen ließ.




Die Inschrift auf den Steinbildern ist sehr unleserlich. Neben dem Großhofmeister ist zu lesen: „ Christus ist mein Leben. Und sein Wort zu fördern eben Deinen Schülen gab ich gern. Gottesdienst hielt ich in Ehren. Lastern war  ich von Herzen feind. Strafte sie ohn Scherz, da ich kunt.“ Ferner „Meinen Landesfürsten diente ich mit Treuen, Rieth stets zum Fried, hatt Lust  zum Bauen. Als ich zu meinem Alter kam, da fing ich diese Veste an. Als man schrieb „Ein Tausend 500 Fünfzig und Acht`Jahr Am ersten März der Anfang war. Die Karren man das letzte Mal schrieb, Da man 60 und Sieben schrieb.“
Neben seiner Gemahlin steht geschrieben: „In Ehren liebte ich meinen Mann. Was ihm gefiel, das fing ich an. Darum sein Last ich nahm auf mich, welch schwerlich konnte vertragen ich. Die ganze Haushaltung in dem Gut, mit großer Sorge auf mich lud, und half allzeit mit allem Fleiß, dass dieses Werk gewann seinen Preis. Der Werkmann seinen Pfennig empfing. Der nicht durch meine Hände ging, und alles auch versehen  hat, dass keiner sich zu beklagen hatte, versorgte sie auch mit Speis und Trank, dafür sei Gott Lob, Ehr und Dank.


Er selbst war einflussreicher Beamter am Hofe des Pommerschen Herzogs Phillip I. in Wolgast. Er ließe fast zur gleichen Zeit auch das Schloss Putzar bauen. Dem damaligen Stand der Militärtechnik entsprechend, wurde eine vieleckige Anlage gebaut, die durch Wassergräben und steil auftragende Festungsmauern einen sicheren Schutz bot. Von Festungstürmen an den Ecken (Bastionen) der Anlage wurden die Angreifer bekämpft und in den aus Ziegeln und Feldsteinen gemauerten, gewölbten Kasematten waren die Bewohner sicher vor Kanonenkugeln. Inmitten des viereckigen Hofes wurde ein rechteckiges Schloss im Stil der Renaissance gebaut, das heute, wenn auch in veränderter Form, noch vorhanden ist. Dem Schloss gegenüber liegt das Wirtschaftsgebäude und ehemals nördlich davon war bis zum Brand, 1748 die Schlosskapelle zu finden. Etwas weiter nördlich ist der Platz zu suchen, wo die alte Burg gestanden hat, die vor dem Bau der Festung und Schloss als Wohnhaus derer  von Schwerin diente.
Die Wirrnissee und Kämpfe des 30jährigen Krieges überstand die Festung unbeschadet. Selbst Wallensteins kaiserliche Truppen mussten unverrichteter Dinge abziehen. Noch während des 30jährigen Krieges kam die Festung 1634 in den Besitz des schwedischen Grafen von Steenbock. Erst während des schwedisch- brandenburgischen Krieges wurde die Festung auf Befehl des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1677 geschleift.
Dabei wurden wichtigste Festungswerke wie Bastionen und Türme gesprengt. Mauern und Turmunterbauten sowie einige Kasematten sind erhalten geblieben und können heute noch besichtigt werden.





Am Ende des Nordischen Krieges, nach dem Stockholmer Frieden 1770, kam die Festung in preußischen Staatsbesitz (Domäne) und wurde  erst 1833 der Familie von Schwerin zurückgegeben

Man kann auch eine hölzerne Brücke über den Festungsgraben, direkt vom Parkplatz gelegen, das Schloss erreichen. Nur am Festungstor, mit dem schönen alten, eisenbeschlagenen hölzernen Torflügel, ist der Graben zugeschüttet. Ansonsten ist das Bauwerk allseitig von Wasser umgeben. Die Größe der Festung erschließt sich dem Besucher erst bei einem Rundgang außen um den Graben herum. Die Spantekower führten mit den Anklamern häufige Fehden. Fehden sind Raubzüge, die 3-4 Tage vorher angesagt wurden. Sie wurden durchgeführt, wenn Beleidigungen oder Rechtsstreitigkeiten nicht auf friedlichem Wege geschlichtet werden konnten.

 
Fehden:  1370- Fehde zwischen den Anklammern und den Spantekowern
Schwerinern wegen Schmähreden und gegenseitigen        
Forderungen
  1392- wegen Straßenraub der Anklamer
  1397-  weil man einem Einwohner von Anklam ein Ohr abgeschnitten 
hatte
  1417- weil diese einen Schwerin gefangen gesetzt hatte, der Herzog vereitelte die Fehde.
  1457- Fehde mit Henning von Schwerin mit dem Beinamen Steinkopf aus der Spantekower Familie
  1458- 1461  Schlacht bei Drewelow
  1461- 1462  wollten die Schwerins nochmals einen großen Sieg erfechten, aber die Anklamer fielen in die Schwerinschen Güter ein und rissen adlige Häuser und Festungen nieder
Die Schwerins, waren bis 1945 auf der Stammburg Spantekow ansässig und hatten den umfangreichsten Besitz

 

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